Bundesregierung erwägt dezentrale Tracing-App

Die Bundesregierung hat sich für eine dezentrale Corona-App zur Nachverfolgung von Infizierten und Ansteckungen ausgesprochen. Die App soll freiwillig sein, den geltenden Datenschutzbestimmungen entsprechen und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleisten.
Diese Information ist einer entsprechenden News vom 26.04.2020 auf der Seite der Bundesregierung zu entnehmen.
Demnach kündigten in einer gemeinsamen Erklärung Kanzleramtsschef Helge Braun und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an, „den Einsatz einer konsequent dezentralen Softwarearchitektur“ für die Anwendung einer Corona-App in Deutschland vorantreiben zu wollen. Ziel sei es, dass angesichts der derzeitigen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen „sehr bald die Tracing-App einsatzbereit ist und in der Bevölkerung sowie der Zivilgesellschaft eine breite Akzeptanz findet“. Die Nutzung der App soll auf Freiwilligkeit beruhen und gleichzeitig den Datenschutz und die IT-Sicherheit gewährleisten.

Ziel der App ist es, die Kontakte einer mit Corona infizierten Person zu identifizieren und die Infektionskette zu unterbrechen.

In einer weiteren Meldung vom 27.04.2020 wurden die Details der Corona-App genannt:

Was wird die App machen?

Die Corona-App informiert den Nutzer, wenn er sich längere Zeit in der Nähe eines Menschen aufgehalten hatte, bei dem später eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde. Die kontaktierten Personen können dadurch entsprechend reagieren und laufen nicht Gefahr, das Virus unbewusst weiter zu verbreiten. Diese digitale Hilfe beschleunigt den bisher noch manuellen Prozess der Nachverfolgung. Gerade bei weiteren Lockerungen der Corona-Restriktionen ist das wichtig. Die App läuft auf dem Smartphone, während die Nutzer ihrem Alltag nachgehen. Sie erkennt dabei andere mobile Endgeräte, auf denen die App ebenfalls installiert ist, wenn sich der Smartphone-Besitzer in deren Nähe aufhält und speichert verschlüsselt deren Kennung.

Wie sicher ist eine solche App?

Die Bundesregierung verfolgt bei der Entwicklung dieser Tracing-App einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruht, datenschutzkonform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleistet. Um diese Anforderungen zu erfüllen, sollen zwischen zwei oder mehreren Nutzern der Anwendung, die sich über einen längeren Zeitraum in kritischer Nähe zueinander aufhalten, temporäre verschlüsselte Identitäten ausgetauscht werden. Im Infektionsfall wird ohne Identifikation der Kontaktpersonen der infizierten Nutzer eine Benachrichtigung veranlasst. Die Kontaktperson erhält so eine entsprechende Warnung.

Welche Voraussetzungen werden benötigt?

Möglichst viele Menschen in der Bundesrepublik sollten diese App nutzen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Bundesregierung auf eine dezentrale Softwarearchitektur, die die in Kürze zur Verfügung stehenden Programmierschnittstellen der wesentlichen Anbieter von mobilen Betriebssystemen nutzt und gleichzeitig die epidemiologische Qualitätssicherung bestmöglich integriert. Im Kern basiert diese Anwendung auf einer konsequent dezentralen Softwarearchitektur.

Warum sollte ich diese App nutzen?

Die Benutzung der App basiert ausschließlich auf Freiwilligkeit. Aber: Wenn jeder und jede Einzelne schnell über eine mögliche Infektion informiert wird, kann sie oder er schnell reagieren und sich und andere schützen. Die App hilft also, die eigene Familie, Freunde und das gesamte Umfeld zu schützen. Ohne diese technische Hilfe sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsämter weiterhin nur auf das Gedächtnis und die Auskunftsbereitschaft von infizierten Menschen angewiesen. Das Problem: Es ist nicht leicht, zum Teil gar nicht möglich, sich an alle engen Kontakte zu erinnern. Ebenso schwer ist es, diese Kontaktpersonen zu informieren ohne Anschrift oder Telefonnummer. Das gilt insbesondere für Alltagssituation wie Einkaufen in einem kleinen Geschäft oder längeren Aufenthalten in Bus oder Bahn. Eine Tracing-App beschleunigt diesen Prozess mit ihrer Technologie und macht ihn genauer.

Weitere Informationen können Sie jederzeit unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus verfolgen.

Wie lange es dauert, bis die App verfügbar ist und wieviele Menschen diese dann auch nutzen werden, ist sicher noch ungewiss.

Jedoch sollten wir uns dann alle an der Nutzung beteiligen, um die Pandemie so schnell wie möglich zu stoppen.